Das riesige Kreuzfahrtschiff „Legend of the Seas“ von Royal Caribbean wählte die Costa del Sol als ersten Hafen. Von hier geht es nach Barcelona und Rom, danach in die Karibik. Dimensionen und Installationen des Ozeanriesen sind absurd, wollen aber „nachhaltig“ sein.
Málaga – Am 29. Juni legte mit der „Legend of the Seas“ eines der weltweit größten Kreuzfahrtschiffe in Málaga an. Viele sagen, „das größte Kreuzfahrtschiff der Welt“, aber so ganz stimmt das zumindest nach Passagierzahlen nicht. Ach was, ein ganzer Erlebnispark mit angeschlossener Kleinstadt, die schwimmen kann, ist dieses Monstrum. Der Gigant der Meere kam „leer“ an die Costa del Sol, also nur mit der Besatzung, gerade einmal 2350 Angestellten vom Tellerwäscher bis zum Animateur, von den Ingenieuren bis zum Kapitän. In Málaga lud man Hunderte Pressevertreter sowie Mitarbeiter der Kreuzfahrtbranche an Bord, mit ihnen geht es am Abend Richtung Rom. Von Civitavecchia will die „Legend of the Seas“ dann zur ihrer ersten regulären Kreuzfahrt in See stechen.
Die Fotos sagen schon eine Menge über den Zweck dieses Riesendampfers: Unterhaltung pur. 364 Meter lang ist das Schiff, also wie drei Fußballfelder hintereinander, ist so hoch wie ein 24-stöckiges Wohnhaus und es wiegt 250.000 Tonnen. Die Kapazität wird mit 5.610 Passagieren angegeben, die sich auf 2.805 Kabinen aufteilen, dazu die 2.350 Mann und Frau vom Personal. 28 Restaurants, über 40 Speisezonen und zwei Dutzend Bars, hübsch thematisch dekoriert hat der Riese, der von der Reederei Royal Caribbean betrieben wird und 1,9 Milliarden Euro gekostet hat.
Was ins Auge sticht, sind viele knallbunte Wasserrutschen, der Wasserpark gilt als der größte, der je auf ein Schiff montiert wurde. Dazu gehören sechs Rutschen, ein Hindernisparkour, eine Seilrutsche, ein Surf-Simulator namens Flow-Rider und der „Adrenaline Park“, ein Kletterpark mit Wänden verschiedener Schwierigkeitsstufen. Zum Relaxen und/oder Planschen stehen sieben Pool-Landschaften bereit, dazu zehn Jacuzzis, ein Pool mit Glasboden schwebt über dem Ozean.
Für Kinder gibt es speziell betreute „Abenteuer“-Bereiche, fast alle mit Wasser als Themenschwerpunkt. Sogar einen „Central Park“ hat die „Legend of the Seas“, einen Garten in einem Patio, in dem über 30.000 Pflanzen ein eigenes tropisches Mikroklima schaffen, drumherum gruppieren sich diverse Spa-Einrichtungen. Nachmittags und nochmals abends ist Showtime: Die Angestellten, verstärkt durch Showprofis müssen beim Musical Charlie und die Schokoladenfabrik antreten, America‘s Got Talent öffnet seine Mikrophone, Akrobatik-Shows, auch auf auf Eis und ein Aqua-Theater machen Welle.
Royal Caribbean legt großen Wert darauf, das Monsterschiff als „nachhaltig“ zu vermarkten. Es wird durch Flüssiggas angetrieben, ein spezieller Wärme- und Wasseraufbereitungskreislauf sorgen für permanentes Greenwashing auf hoher See. Royal Caribbean will bis 2035 mit „0 Emissionen“ glänzen, wie immer das gehen soll. Die ersten Routen führen von Rom nach Barcelona, danach wird Fort Lauderdale in Florida der Heimathafen, denn dort wartet zahlungskräftiges, nimmersattes Kreuzfahrt-Publikum und will Karibik-Rundfahrten.
